Wasserleitungen in Haus und Garten

Eine moderne Hauswasserinstallation besteht in der Regel aus zwei getrennten Systemen: der Kaltwasserleitung, die sich verzweigt wie die Äste eines Baumes im Gebäude verteilt, sowie der Warmwasserleitung, die als Ringleitung ausgeführt ist, wie in Abbildung 1 dargestellt.
Bei älteren Anlagen kam diese Lösung noch nicht zum Einsatz. Dies hatte zur Folge, dass nach dem Öffnen eines Warmwasserhahns zunächst für eine gewisse Zeit lediglich kaltes bzw. bereits abgekühltes Wasser aus der Leitung austrat.
Um dieses Problem zu vermeiden, wurde das Konzept der Warmwasser-Ringleitung entwickelt (vgl. Abb. 1). Dabei sind die Warmwasserleitungen als geschlossener Kreislauf ausgeführt, in dem das warme Wasser kontinuierlich zirkuliert. Die Leitungsführung ist so gestaltet, dass sich in unmittelbarer Nähe jedes Warmwasserhahns stets warmes Wasser befindet und somit nahezu verzögerungsfrei zur Verfügung steht.
Bei modernen Warmwasseranlagen wird die Zirkulation des Warmwassers heute in der Regel standardmässig umgesetzt. Hierzu ist eine Umwälz- bzw. Zirkulationspumpe erforderlich, die häufig ohne zusätzliche Regel- oder Steuerungseinrichtungen direkt an das elektrische Netz angeschlossen ist und im Dauerbetrieb arbeitet.
Die Rohrleitungen der Warmwasser-Zirkulationsleitung sind dabei sorgfältig und hochwertig thermisch zu dämmen, um Wärmeverluste möglichst gering zu halten. Eine vollständige Vermeidung dieser Verluste ist jedoch systembedingt nicht möglich.
In diesem Zusammenhang ist hervorzuheben, dass eine korrekt dimensionierte Zirkulationspumpe lediglich einen geringen elektrischen Leistungsbedarf von etwa 20 bis 26 Watt aufweist. Selbst bei kontinuierlichem Betrieb ergibt sich daraus ein jährlicher Stromverbrauch von lediglich rund 175 bis 228 kWh. Bei einem Strompreis von 0,14 Fr./kWh entstehen somit jährliche Betriebskosten von etwa 25 bis 32 Franken.
Diese Grössenordnung ist deshalb erwähnenswert, da am Markt sogenannte „intelligente Zirkulationssteuerungen“ zu vergleichsweise hohen Preisen angeboten werden, die angeblich Einsparungen von mehreren hundert Franken pro Jahr ermöglichen sollen. Solche Aussagen sind fachlich nicht haltbar. Häufig wird dabei darauf spekuliert, dass Nutzer den tatsächlichen Stromverbrauch ihrer Zirkulationspumpe nicht kennen oder nicht korrekt einschätzen können.
Die Zirkulationspumpe ist in der Regel in unmittelbarer Nähe des Warmwasserspeichers installiert und daher leicht auffindbar. Auf dem Typenschild der Pumpe ist die elektrische Leistungsaufnahme angegeben, sodass überprüft werden kann, ob eine angemessen energieeffiziente Pumpe mit einer Leistung von etwa 20 bis 26 Watt verbaut wurde.
Der Einsatz kleiner dimensionierter oder getaktet betriebener Pumpen ist in der Praxis nicht zielführend, da sie den eigentlichen Zweck der Zirkulation nur unzureichend erfüllen. Wird das Warmwasser zu langsam durch das Leitungssystem gefördert, kühlt es übermässig ab. In der Folge muss beispielsweise beim Duschen nach dem Öffnen des Warmwasserhahns länger gewartet werden, bis eine angenehme und stabile Wassertemperatur erreicht wird. Dadurch kommt es zu einem erhöhten und unnötigen Trinkwasserverbrauch, sodass die eingesparten Stromkosten durch höhere Wasserkosten wieder aufgehoben werden.
In Einfamilienhäusern verzweigt sich der Warmwasser-Zirkulationskreislauf in der Regel geschossweise, wie beispielhaft in Abb. 2 dargestellt. In der Planungsphase wird seitens des Architekten angestrebt, die Anordnung der wasserführenden Räume so zu gestalten, dass möglichst wenige und möglichst kurze Warmwasserschleifen erforderlich sind. Diese planerischen Zielsetzungen stehen jedoch häufig im Konflikt mit anderen architektonischen Anforderungen oder den individuellen Wünschen der Bauherren.
Bei eigenständig vorgenommenen Änderungen oder Erweiterungen bestehender hausinterner Wasserleitungsnetze bestehen bei privat ausgeführten Installationen grundsätzlich keine gesetzlichen Vorgaben hinsichtlich der Leitungsführung. Daher können einzelne Bereiche auch bewusst ohne Zirkulationsschleife ausgeführt werden, beispielsweise durch einfache Warmwasser-Zuleitungen in Form von Stichleitungen. Dies ist insbesondere dort sinnvoll, wo eine verzögerte Bereitstellung von Warmwasser akzeptabel ist, etwa in selten genutzten Räumen wie einem Gästezimmer im Dachgeschoss. Auf diese Weise lassen sich zusätzliche Wärmeverluste vermeiden.
Abschliessend ist festzuhalten, dass sich hinsichtlich Wartung und Instandhaltung keine Unterschiede zwischen Warm- und Kaltwasserleitungen sowie deren Bauteilen ergeben. Bei Neuinstallationen ist jedoch der allgemein anerkannte Grundsatz zu beachten, dass Warmwasser über den linken und Kaltwasser über den rechten Wasserhahn geführt wird.




